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12.08.2011 - 13:46 Uhr

10. Verleihung Gerd Ruge Projektstipendium

· 100.000 Euro für 6 Dokumentarfilm-Stipendien in 2011
· Überreichung durch Gerd Ruge im Schloss Jägerhof, Düsseldorf
· Begrüßung mit NRW-Medienministerin Dr. Angelica Schwall-Düren
· Erfolgsgeschichte: 49 Stipendien in 10 Jahren vergeben

Bereits zum zehnten Mal vergab die Film- und Medienstiftung NRW heute das Gerd Ruge Projektstipendium für junge Dokumentarfilmer (Kino). Das mit insgesamt 100.000 Euro dotierte Stipendium ist die höchste Förderung, die in Deutschland für die Vorbereitung und Entwicklung von Dokumentarfilmen vergeben wird. Die Verleihung fand im Düsseldorfer Schloss Jägerhof statt.

Aus 53 eingereichten Anträgen wählte eine unabhängige Jury unter dem Vorsitz von Gerd Ruge drei Projekte für das Stipendium und zusätzliche drei Projekte für eine Incentive-Förderung aus. Die Mitglieder der Jury sind Doris Metz (Buch & Regie von „Schattenväter“), Volker Heise (Produzent von zero one film), Hanns-Georg Rodek (Filmjournalist „Die Welt“), Dietrich Leder (Professor Kunsthochschule für Medien, Köln) sowie Filmstiftungs-Geschäftsführerin Petra Müller.


Gerd Ruge Projektstipendium: Stipendiaten und Jury 2011 mit Gerd Ruge, NRW-Medienministerin
Dr. Angelica Schwall-Düren und Gastgeberin Petra Müller
/© Heike Herbertz - Film- und Medienstiftung NRW

„Mit dem Gerd Ruge Projektstipendium ermöglicht die Film- und Medienstiftung NRW seit 10 Jahren jungen Doku¬mentarfilmern, ihre Themen und ihre Sicht der Wirklichkeit für das Kino zu realisieren. Eine wunderbare Idee und eine wichtige Förderung. Mein Dank gilt den Initiatoren und ganz besonders dem Namensgeber und Juryvorsitzenden Gerd Ruge“, so Petra Müller. „Und herzlichen Glückwunsch den diesjährigen Stipendiaten!"

„Vor zehn Jahren kamen Fritz Pleitgen, Dr. Georg Feil und Michael Schmid-Ospach zu der Überzeugung, es sei wichtig, jüngere Dokumentarfilmer bei ihren meist umfangreichen und oft komplizierten Projektentwicklungen zu unterstützen. Schön, dass die Film- und Medienstiftung NRW, die Produzenten und die Medien diese Vorlage so erfolgreich aufgenommen haben. Nach zehn Jahren sind mehr als die Hälfte der unterstützten Projekte realisiert - das ist eine überzeugende Quote“, so Gerd Ruge.

Medienministerin Dr. Angelica Schwall-Düren würdigte die kulturelle und journalistische Leistung von Dokumentarfilmern: „Wir brauchen Reporterinnen und Reporter, die sich Zeit nehmen für ein Thema, es aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten und eine tiefere Wahrheit hinter der Oberfläche aufspüren. Deshalb ist uns die Förderung des Dokumentarfilms durch die Film- und Medienstiftung sehr wichtig.“

Die Gerd Ruge Projektstipendien 2011

  • Hannes Lang aus Köln erhält für „I want to see the Manager“ ein Gerd Ruge Projektstipendium über 35.000 Euro. Der Film des KHM-Absolventen beschreibt anhand von sieben Episoden den gegenwärtigen Prozess der Veränderung der geopolitischen Weltaufteilung. Zum Beispiel geht er der Frage nach, was es für uns bedeutet, wenn Länder, auf deren Billigarbeitern unser Wohlstand gründet, nun selbst auch nach einem besseren Leben streben?
  • Europas Grenzen“ von Jakob Preuss, Berlin, ist das zweite Projekt, das mit einem Stipendium (22.500 Euro) ausgezeichnet wird. In der Dokumentation zeichnet Preuss ein nachdenkliches und packendes Bild über die Grenzorte Europas und die Menschen, die in ihnen leben.
  • Stefan Kolbe und Chris Wright (Berlin) wurden für ein Gerd Ruge Projektstipendium in Höhe von 20.000 Euro ausgewählt. Das Projekt „Pfarrer“ begleitet vier Geistliche bei Beginn ihrer Laufbahn und stellt die Frage, was Glaube heute bedeutet.

Incentive-Förderung für drei Projekte – verbunden mit dramaturgischer Begleitung durch Doris Metz

Zusätzlich zu diesen drei Stipendien vergibt die Film- und Medienstiftung NRW drei Incentive-Förderungen zu jeweils 7.500 Euro. Neu in diesem Jahr ist, dass die Dokumentarfilmerin Doris Metz die drei ausgewählten Incentive-Stipendiaten dramaturgisch begleiten wird.

  • Der Karlsruher Autor Simon Quack erhält eine Förderung für „Niederbauer“. Bei diesem Projekt beschäftigt er sich mit dörflichen Strukturen, der Veränderung eines Fleckchens Erde, Verlust und Gewinn dreier Generationen und entsprechend der Entwicklung eines ganzen Jahrhunderts.
  • Hanoi in Berlin-Lichtenberg“ wird als zweites Incentive-Projekt ausgezeichnet. Das Projekt des Berliner Autoren Peter Zach erzählt die Geschichte einer vietnamesischen Welt in Berlin-Lichtenberg. Im Duong Xuan Center, einem Großmarkt, verknüpfen sich die Schicksale.
  • Das dritte Incentive-Stipendium geht an den Filmemacher Timon Koulmasis (Köln). Sein Thema in „Portrait des Vaters zu Zeiten des Krieges“ ist die Lebensgeschichte seines Vaters, der während des 2. Weltkriegs Assistent am geheimnisvollen Deutschen Wissenschaftlichen Institut in Athen war, das von der Besatzungsmacht finanziert war, in Wahrheit aber als Schaltstelle des Widerstands galt.

Gerd Ruge Projektstipendien 2002-2011

Seit 2002 wurden 49 Projektstipendien erteilt, von denen 22 bisher realisiert wurden. Dazu gehören „Weisse Raben“ von Tamara Trampe, „Die große Depression“ von Konstantin Faigle, „Traders' Dreams“ von Stefan Tolz und Marcus Vetter sowie „Unter Kontrolle“ von Volker Sattel, „Traumfabrik Kabul“ von Sebastian Heidinger und Nils Boekamp und „Plug & Pray“ von Jens Schanze.

Mit ihrem Stipendium will die Film- und Medienstiftung NRW talentierten Filmemachern die Möglichkeit geben, ihre Ideen zu verwirklichen und dazu beitragen, dass anspruchsvolle Kino-Dokumentationen entstehen können. Nach der Zusage haben die Stipendiaten 18 Monate Zeit, ein qualitativ hochwertiges Dokumentarfilmprojekt für das Kino zu entwickeln.

 


Februar 2012

 

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